Oberschule Rodenkirchen jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“


Mehrere Monate dauerten die Vorbereitungen und das Bewerbungsverfahren und am Freitagmorgen konnten Lehrer und Schülervertreter endlich die Urkunde in Händen halten, mit dem sie in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen wurden. „Heute ist ein besonderer Tag, denn unsere Schule tritt heute offiziell in das Netzwerk ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ ein. Das heißt, wir haben entschieden wir wollen gegen Rassismus stehen, wir wollen nicht wegschauen, wir wollen Zeichen setzen und ich denke uns allen ist klar, das ist aktuell wichtiger denn je“, sagte Konrektorin Sina Hoffmann. 

„In einer Umfrage votierten knapp 76 Prozent dafür, das ist eine klare Mehrheit und das zeigt, dass unsere Schule sich aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen möchte, dass wir ein Ort sein wollen an dem wir uns alle sicher und wohlfühlen können.“ Dennoch sei es natürlich nicht allein mit dieser Abstimmung getan, denn Ausgrenzung und Rassismus sind Teil der Gesellschaft. Dies sei in der Schule auch manchmal zu spüren, durch offensichtliche Beleidigungen oder auch durch Vorurteile, die sich hinter Witzen verstecken oder auch dumme, unbedachte Kommentaren.

„Wir als Schule haben die Verantwortung, aktiv dagegen anzugehen, Haltung zu zeigen und gegen diskriminierende Sprüche und Ungerechtigkeiten die Stimme zu erheben. Das braucht manchmal Mut, aber das ist großartig, denn wenn niemand etwas sagt, dann bleibt alles beim Alten“, betonte Sina Hoffmann. Einen großen Dank sprach sie dem Lehrer Ercan Topaloglu aus, der im Sommer vorschlug, ein Projekt zum Thema Zivilcourage zu machen.

Aus diesem Projekt heraus ist schnell der Plan entstanden, dass die Oberschule sich dem Netzwerk anschließen möchte. Gemeinsam mit seinem Kurs hat er das Projekt vorangetrieben. „Heute stehen wir hier und feiern diesen Erfolg.“ Einen weiteren Dank sprach sie all den fleißigen Helferinnen und Helfern aus, die die Mensa und auch das Catering vorbereitet hatten. Der Förderverein der Oberschule hat das Catering finanziell unterstützt. „Wir müssen uns alle mit Respekt begegnen, wir sollten uns neugierig aufeinander einlassen, voneinander lernen und unsere Vielfalt als Bereicherung sehen“, appellierte Sina Hoffmann an die Schüler.

Die Schule konnte Landrat Stephan Siefken als Paten für das Projekt gewinnen. Dieser sprach der Schule seine Unterstützung zu. „Diese Auszeichnung ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ ist eine Haltung, die auch weit über den Schulalltag hinausgeht. Leider ist es traurig, dass wir in einem weltoffenen Land wie Deutschland Rassismus und Antisemitismus wirklich noch im Jahr 2025 thematisieren müssen und leider müssen wir auch heute feststellen die Notwendigkeit, uns gegen Rassismus und Antisemitismus zu stellen, ist aktueller denn je“, sagte der Landrat und wies auf die aktuellen Entwicklungen in der Politik hin. Er zeigte sich beeindruckt angesichts des Engagements der Oberschule und von den Schülerinnen und Schüler die sich konsequent für ein respektvolles Miteinander einsetzen würden.

„Widerstand gegen Diskriminierung geht jeden einzelnen etwas an, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nationalität oder Regierung, und diese Werte müssen nicht nur im Unterricht gelebt werden, sondern auch in den Pausen, auf dem Sportplatz, in den Vereinen oder auch später im Berufsleben“, unterstrich der Landrat. Nach einer kurzen Pause, die dem Austausch untereinander diente, überreichte der ehemalige Schulleiter und Vorsitzender des Fördervereins der Oberschule die Urkunde mit dem die Schule in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen wurde. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)

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